Inh. Friedo Stucke, Kastanienbogen 8 in 21776 Wanna  eigene.werte@t-online.de

Donnerstag, 20. November 2014

Weihnachten an der Front

(Beverstedt) Die Neue Bühne Beverstedt hat am 2. Dezember 2014 Premiere mit dem Stück „Weihnachten an der Front“ von Jérôme Savary
Das Stück stellt eine Episode aus dem 1. Weltkrieg dar: Den sogenannten Weihnachtsfrieden 1914. An vielen Abschnitten der Westfront verabredeten die Soldaten selbstständig das Schweigen der Waffen, sie begruben ihre Toten, tauschten Tabak und Schnaps aus und feierten gemeinsam Weihnachten – bis ihnen das gegenseitige Morden wieder befohlen wurde. Trotz dieses grausamen historischen Hintergrunds erwartet das Publikum keineswegs ein bitteres Anti-Kriegs-Theater, sondern über weite Strecken eine unterhaltsame, häufig sogar erheiternde Aufführung.
Premiere am 2. Dezember 2014. 

Weitere Aufführungen im Dezember: 5., 6. Dezember 2014. Außerdem am Sonntag, 7. Dezember 2014 um 18 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr.
Zweiter Block im Januar: 8., 9., 10. Januar 2015.
Beginn jeweils 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr, in der Oberschule Beverstedt. 

Dienstag, 18. November 2014

Künstlergemeinschaft stellt nach intensiver Recherche aus

(Bremerhaven) Ob die Frage geklärt wird bleibt offen. Aber der Titel der Ausstellung dürfte wohl einiges Interesse wecken. Neugierde ist hier herzlich angezeigt bei: Frauen sehen Männer.

Sieben Frauen aus dem Land Bremen und und um zu haben sich dieser Aufgabe gestellt und Positionen bezogen. In den künstlerischen Ausdrucksfeldern der Malerei, Druckgrafik, Fotografie, Skulptur, Zeichnung und Installation haben Karin Froehling, Sandra Jakobs, Sandra Juras, Hilke Leu, Silke Mohrhoff, Margitta Sündermann und Conny Wischhusen gearbeitet und bringen die Ergebnisse am 22.11.2014 um 19:30 zur Ausstellung.

Der Kulturdezernet Michael Frost spricht einige einführende Worte in der Schillerstr. 35 in Bremerhaven. Die ausstellung kann bis 20.12.2014 in der Zeit Mo., Do., Fr., Sa. von 15:00 bis 18:00 besucht werden.

Ausschreibung für den Szenenwechsel

Mit Szenenwechsel fördern die Robert Bosch Stiftung und das Internationale Theaterinstitut Zentrum Deutschland internationale Kooperationen in den Darstellenden Künsten mit Partnern aus Osteuropa und Nordafrika.
Gesucht werden Projekte, die aktuelle Tendenzen und gesellschaftliche Veränderungen aufgreifen und in der gemeinsamen künstlerischen Reflexion sichtbar machen. Der Fokus des Programms liegt auf der Unterstützung der Erarbeitung und Neuentwicklung eines gemeinsamen Projekts im Zeitraum von bis zu zwei Jahren. Bestehende Kontakte können ausgebaut oder neue initiiert werden.
Die projektbezogene Zusammenarbeit soll bewährte Ausdrucksformen durch neue Akzente bereichern und neue Arbeitsweisen erproben. Gefördert wird insbesondere die Anbahnung und Entwicklung internationaler künstlerischer Projekte, die in der direkten Zusammenarbeit zweier Kooperationspartner entstehen.
Die Ausschreibung richtet sich an Theater und freie Theatergruppen aus allen Bereichen der Darstellenden Künste wie Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater, Tanz, Musiktheater, Figurentheater und Performance aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die geförderten Projekte sollen in beiden Ländern, in jedem Fall aber im deutschsprachigen Partnerland präsentiert werden.
10-12 internationale Kooperationen werden von einer Jury ausgewählt und mit bis zu 15.000 Euro gefördert. Der Jury gehören an: Tilmann Broszat (Leiter Festival SPIEL- ART München), Annette Dabs (Leiterin Bochumer Figurentheater Festival Fidena), Stefan Schmidtke (Kurator Wiener Festwochen), Branko Šimic (Regisseur, KRASS Festival) und Elisabeth Wellershaus (Kulturjournalistin).

Anträge können bis zum 15. Februar 2015 gestellt werden. Nähere Informationen und den Link zum Online-Portal finden Sie unter: www.szenenwechsel.org

Dienstag, 11. November 2014

Hänsel und Gretel

(Wilhelmshaven) Am Sonntag hatte die Landesbühne Nord Premiere mit dem Weihnachtsmärchen Hänsel und Gretel nach den Brüdern Grimm, in einer Textfassung von Carola Unser und dem Ensemble. Dazu entstanden ist eine Komposition von Katharina Hoffmann und Liedtexte von Kathrin Ost.

Mit viel Poesie und Live-Musik soll auf der Bühne eine traumhafte Märchenwelt entstehen, die das Böse böse und das Gute gut sein lässt. Es bleibt eine Geschichte schwerer Entscheidungen, die aus der Not getroffen werden müssen und zur Selbständigkeit, dem Erwachsen werden, handeln. Zauberhaft mit einem Happy End!

JULIA GEBHARDT + SIMON WEISKOPF
Die Bühnenfassung und die Inszenierung von Carola Unser versucht behutsam aus den sehr archetypischen Figuren des Originalmärchens Menschen aus Fleisch und Blut auf der Bühne erstehen zu lassen, mit Ängsten und Träumen, die nicht auf eine bestimmte Zeit festgelegt sind und deshalb sehr modern wirken. Der Grimmschen Zeit geschuldete Rollenklischees in den Figuren, wie zum Beispiel das des ängstlichen Mädchens bei Gretel oder die Darstellung der Mutter als böse Stiefmutter wurden entfernt. In dieser Fassung ist Gretel außerdem die ältere, sehr belesene und ihrem Bruder Hänsel gegenüber liebevoll Verantwortung übernehmende Schwester. Das Bühnenbild und die Kostüme von Gesine Lenz bedienen die poetische, zauberhafte Seite des Märchens, sie wirken, wie aus einer Märchenbuchillustration entnommen, das Bühnenbild mit Wald, Haus der Eltern und Hexenhaus nebst Ofen und Käfig gleicht einem Pop up –Bilderbuch.  WEITERE INFOS

Freitag, 7. November 2014

Theater Spielorte dokumentiert Theaterprojekt

(Wanna) Der in Wanna ansässige Verein Theater Spielorte e.V. hat eine Dokumentation der letzten Sommerproduktion erstellt. Sie ist nun gegen eine Schutzgebühr von 5,00€ erhältlich. Im Juli hatte der Verein Premiere mit der Komödie „Bildung für Rita“ von Willy Russell. Die Kultur-News berichtete darüber: Siehe Artikel hier.  Das Projekt wurde vom Landschaftsverband Stade mit Mitteln des Landes Niedersachsen und von der EWE-Stiftung gefördert. Ziel der Theaterarbeit war es die künstlerischen Möglichkeiten der Sprache auszuloten und weiter zu entwickeln. Auf der Bühne waren diese Forschungergebnisse bereits einige Male zu sehen. Die nächste Vorstellung ist am 14.11.2014 in den Seelandhallen Otterndorf.

Theater Spielorte e.V. beauftragte die Kultur-News mit der Herstellung der Dokumentation als gedrucktes Heft, die nun vorliegt. Neben einer Darstellung des Vereins, der noch neu ist in der Elbe-Weser-Region, werden die einzelnen Bereiche der Arbeit vorgestellt. Über die Beschreibung des Projektes, der Textwahl und der Arbeitsweise wird in den Kapiteln „Sprechend Räume entstehen lassen“, „Beziehungen durch den Klang der Stimme“, „Die Verbindung von Körper und Sprache“ sowie ein Kapitel über die dramaturgische Bearbeitung und Kritiken aus der lokalen Presse, dargelegt welche Ergebnisse wie erzielt wurden. 

Für einen kurzen Zeitraum von einigen Wochen liegt die Dokumentation in der Altstadtbuchhandlung in Otterndorf, und in der Olivia Buchhandlung in Cuxhaven zum Verkauf aus. Beide Buchhandlungen unterstützen den Verein in dem die Schutzgebühr in Höhe von 5,00€ komplett an den Verein weitergeleitet wird. Man kann die Dokumentation auch beim Verlag: (eigene.werte)  direkt bestellen.


Theater Spielorte beabsichtigt diese Forschungsarbeit auch in den nächsten Projekten weiterzuführen. Das nächste Schwerpunktthema ist „Gestik“. Mit der Weiterentwicklung der gängigen Kommunikationsformen wie Sprechen, Mimik, Gestik, leistet der Verein seinen Beitrag zu einer besseren Verständigung aller Menschen unter dem Himmel. Tickets für die nächste Vorstellung sind im Internet zu beziehen, an der Abendkasse oder in der Altstadtbuchhandlung in Otterndorf.

Mittwoch, 5. November 2014

Stil-Freiheit in der Kunst - Jürgen Partenheimer

© J.Partenheimer, Le bouleau volant 1979
Der 1947 in München geborene Jürgen Partenheimer gehört mit seiner einzigartigen Interpretation der Abstraktion, die er selbst als «metaphysischen Realismus» bezeichnete, zu den wegweisenden Positionen der zeitgenössischen Kunst. In seiner künstlerischen Formulierung verbinden sich konstruktive Elemente der Minimal Art mit lyrischer Intensität. Mit kritischem Bewusstsein vermisst und kartografiert Partenheimer den ständig neu zu bestimmenden Freiraum der Kunst und ihrer Praxis. Partenheimers Werke eröffnen individuelle Denk- und Imaginationsräume, die in Bremerhaven erstmals 1988 in einer Einzelausstellung in der Kunsthalle zu erkunden waren. Bereits zwei Jahre zuvor erwarb der Kunstverein die ersten Arbeiten für seine Sammlung. 1990 und 1994 folgten die Ausstellungen „Mind - Stack (Über die Natur) ziehende Wolke - lehnende Wolke“ und „23 Bleistiftzeichnungen“ im Kabinett für aktuelle Kunst.   

20 Jahre sind seither vergangen. Nun kehrt der international bekannte Künstler in die Hafenstadt zurück und zeigt eine Werkgruppe, auf die man eine noch längere Zeit verzichten musste: Le bouleau volant ruhte 33 Jahre in einer Schachtel im Archiv des Künstlers. In diesem Jahr wurde sie in den Deichtorhallen Hamburg – Sammlung Falckenberg erstmals wieder ausgestellt. Die Präsentation war Teil einer offenen Kooperation mit dem Gemeentemuseum Den Haag, der Contemporary Art Gallery Vancouver und der Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München.


Das Konvolut aus 79 Arbeiten auf DIN-A4-Papier entstand 1979 und war im darauf folgenden Jahr Partenheimers Beitrag zur Biennale von Paris. 1981 wurde die Werkgruppe  in einer internationalen Auswahl der Biennale von Paris im Musée d´Art Contemporain in Nizza gezeigt, in der Galeria Nacional de Arte Moderna in Lissabon und im Sahra Hilden Museum in Tampere. Le bouleau volant ist ein gesellschaftskritischer Beitrag zur Stil-Freiheit der Kunst. Die Zeichnungen, Collagen, Malereien und Notizen der Werkgruppe vermitteln zunächst den Eindruck heterogener Einzelblätter. Doch ihre singuläre Bedeutung steht nicht im Vordergrund. Sie sind vielmehr wie eine Text- oder Stoffsammlung zu verstehen, deren einzelne Teile nur in Zusammenhängen erfahrbar und miteinander verbunden sind. Wie ein Kaleidoskop fügen sich die einzelnen Elemente in unmittelbar beliebigen Korrespondenzen und in gewünschten oder zufälligen Konstellationen zu einem Bild. So gibt uns Jürgen Partenheimer mit Le bouleau volant nicht nur einen Einblick in sein Archiv, sondern bietet den Betrachtern die Möglichkeit für neue Erfahrungen, Erlebnisse und Wahrnehmungsperspektiven, die sich in unserem eigenen Archiv, dem menschlichen Gedächtnis, manifestieren.
Jürgen Partenheimer - Das Archiv - Le Bouleau Volant vom 16.11.2014 bis 04.01.2015. Weitere Informationen: HIER

Sonntag, 2. November 2014

Herbstzeit ist Gartenzeit

(Vechta) Bisher hat uns der Herbst schon mit einigen sonnenreichen Tagen erfreut. Mit einer frostigen Nacht wäre die Herbstlaub-Färbung wahrscheinlich noch intensiver gewesen. Doch wir wollen nicht klagen, sondern dem Lauf des Jahres folgend uns der inneren Einkehr zuwenden. Bis Weihnachten kommen noch einige Trauertage und auch die Gartenperiode ist auf Winterschlaf gestimmt. Herbst ist für den Japanischen Garten eine besondere Blütezeit. Denn gerade in der japanischen Gartenkunst wird dem Verfall eine große Bedeutung beigemessen. Schönheit, so sagt man, kommt erst so Recht zur Geltung, wenn man sich genügend dem Verfall widmet. Das ist ein seltener Gedanke in der heutigen Zeit, in der ein Superlativ den nächsten übertrumpft, und Schönheit so sehr übertreibt, dass sie schon wieder bei der Hässlichkeit heraus kommt.

Wie viele Gärten muss man schauen, bis man einen findet der wirklich durchkomponiert, ausgestaltet ist und eine natürliche Harmonie ausstrahlt? Einen dieser Gärten findet man in Vechta im Oldenburgischem Münsterland. Auf 7000 qm hat Josef Meyer über einen Zeitraum von 40 Jahren eine Gartenlandschaft erschaffen die bewundernswert ist. In den sieben Bereichen findet sich dort ein Teegarten, Betrachtungsgarten, ein Moostempel, ein japanischer Hausgarten, ein Wandelgarten, Shinden-Garten und zuletzt ein Zen-Garten. Wer in dieses Naturparadies eintritt, verlässt den Trubel der Welt und kehrt ein in die kontemplative Welt der künstlerischer Gartengestaltung.

Die Deutsche Verlags Anstalt hat kürzlich ein Buch herausgegeben die diesen Garten dokumentiert. Mit zahlreichen atmosphärischen Bildern von Nik Barlo jr. fotografiert und von Ursula Barth beschrieben, ist es ein Kleinod für Gartenliebhaber. Die sachkundigen kurzgehaltenen Texte geben einen guten Einblick in die Geschichte und Gestaltung von japanischen Gärten, wobei die Geschichte dieses Gartens in Vechta unaufdringlich am Rande mit erzählt wird. Wie schön wäre es gewesen wenn die Gestaltung des Buches mit der gleichen Kreativität und Sorgfalt ausgeführt worden wäre wie die beschriebenen Landschaften. Doch dieser kleine Makel schmälert kaum die beeindruckende Einblicke in eine faszinierende Welt.


Nik Barlo jr. und Ursula Barth - Ein japanischer Garten. ISBN 978-3-421-03945-3 gebunden mit Schutzumschlag 19,99€