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Samstag, 9. Juni 2012

Juris Kristalle - Novelle über eine Schizophrenie


(Achim) Der Worthandel Verlag Dresden legte im Februar 2012 das Buch von Kerstin Fischer „Juris Kristalle“ vor. Der Untertitel - Novelle über eine Schizophrenie - ist etwas hoch gegriffen, da es sich mehr um eine Erzählung handelt mit einer intellektuell konstruierten Sprache. 
Juri, Sohn eines Bauunternehmers welcher seine russische Frau bei einem Auslandsauftrag kennen lernte, wächst in einer süddeutschen Stadt auf, studiert und bekommt nach einigem Bemühen ein Volontariat bei einer Hamburger Stadtzeitung. Seine zurückhaltende Verehrung für eine Dozentin aus der Zeit seines Studiums verläuft sich im Sande. In seiner Zeit bei der Stadtzeitung hat er mit Intrigen zu kämpfen und muss lernen sich in der Arbeitswelt durchzusetzen. Dann endlich klappt es auch in der Liebe, zumindest für eine geraume Zeit. Das Scheitern dieser Beziehung führt ihn dann in die psychischen Schwierigkeiten mit denen das Buch endet.
Über die Krankheit erfährt der Leser nichts, was er der Krankheit zuordnen könnte, es sei denn der Leser ist Psychologe oder ein anverwandter Berufspraktiker. Das beschränkt auf ein potentielles Leser Publikum. Dann wird immer wieder mit eingeschobenen Zitaten von F. M. Dostojewski und Jack London auf deren Bücher Bezug genommen. Doch wer „Schuld und Sühne“, „Dämonen“ und „Der Ruf der Wildnis“ nicht gelesen hat wird auch um dieses Lesevergnügen gebracht. Die Fabel des Buches ist aus dem Leben gegriffen. Es könnte viele solcher oder ähnlicher Schicksale geben. Daher wäre es schön gewesen dem Leser etwas originales zu vermitteln mit dem der Leser das Besondere von Juris Lebensweg erfahren könnte. Doch darauf wartet man vergebens. Die Sprache ist nicht uninteressant, aber gewöhnungsbedürftig. 
Ein Beispiel: „Sicher lag jene (…eine faszinierende Eleganz des Urwüchsigen…), blieb, fernab der großen Feste, in erster Linie auf Einsamkeit und Zwiesprache mit Natur und Äther bezogen, glänzte vor allem nach innen, denn nach außen, war aber im Stande, dort riesige Klüfte zu überwinden, weil sich an ihr die bedeutsamsten Geheimnisse offenbarten, auch wenn die Pfade, denen man vorab lange folgen musste, über weite Strecken im Schatten lagen.“
Die Autorin Kerstin Fischer hat Germanistik und Geschichte in Bremen studiert. Sie volontierte und arbeitetet mehrere Jahre als freie Mitarbeiterin für Theater- und Literaturkritik bei verschiedenen Zeitungen. Ihre Lyrik und Kurzgeschichten wurden bereits in Anthologien veröffentlicht. Seit 2006 ist sie ausschließlich als freie Schriftstellerin tätig. Ihre erste romanhafte Erzählung „Das Gewächshaus“ zum Thema Magersucht erschien 2007. Um eine krankhaft narzisstische Veranlagung geht es dann in ihrem zweiten Buch „Sergejs Schatten“ das 2009 erschien.
Kerstin Fischer lebt mit ihrer Familie in Achim bei Bremen. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller.
„Juris Kristalle - Eine Novelle über eine Schizophrenie“ von Kerstin Fischer ist erschienen bei Worthandel :  Verlag, Dresden 2012. ISBN 978-3-935259-65-1, Broschur 117 Seiten und kostet 14,90€  www.worthandel.de 

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